«Woke macht ADHS?» Ein fiktives Interview

«Woke macht ADHS?» Ein Gespräch mit NZZ-Redakteurin Birgitt Schmid über den Umgang mit psychischen Diagnosen und journalistische Sorgfaltspflicht.
Frau Schmid, Sie haben kürzlich ein Interview mit dem Psychologen Holger Richter geführt, in dem ADHS als Lifestyle-Diagnose dargestellt wird. Die Faktenlage zeigt aber eine massive Unterversorgung bei ADHS. Wie erklären Sie sich diese Diskrepanz?
Birgitt Schmid: Nun, wir sehen ja überall diese Selbstdiagnosen in den sozialen Medien. Das muss man doch kritisch hinterfragen dürfen.
Die Wartezeit für eine ADHS-Diagnose beträgt in der Schweiz oft mehr als 12-18 Monate. Und danach finden Eltern für ihre Kinder keine Therapieplätze. Wäre das nicht die eigentliche Story?
Birgitt Schmid: Interessant ist doch vor allem der Zusammenhang mit politischen Haltungen. Linke neigen eher dazu, sich als Opfer zu sehen.
Sie meinen also, die politische Gesinnung beeinflusst neurologische Entwicklungsstörungen? Wie kommen Sie darauf?
Birgitt Schmid: Es geht um Verantwortung. Konservative Menschen nehmen ihr Leben selbst in die Hand.
Frau Schmid, haben Sie sich mit den wissenschaftlichen Grundlagen von ADHS beschäftigt? Mit den neurologischen Befunden?
Birgitt Schmid: Man muss das grössere Bild sehen. Die Gesellschaft wird zunehmend pathologisiert.
Apropos grösseres Bild: Wie erklären Sie sich, dass ADHS weltweit in allen Kulturen und politischen Systemen etwa gleich häufig auftritt?
Birgitt Schmid: [längere Pause] Das müsste man natürlich differenziert betrachten…
Eine allerletzte Frage: Wenn man Ihrer Logik folgt - sind dann Linkshänder auch eher links und Rechtshänder eher rechts?
Birgitt Schmid: Das ist jetzt aber eine polemische Vereinfachung! Ich glaube, wir beenden das Interview besser an dieser Stelle…
Hinweis: Das fiktive Gespräch ist eine satirische Bearbeitung eines NZZ-Interviews, das Birgitt Schmid mit dem deutschen Psychologen Holger Richter geführt hat. Mehr unter: https://www.nzz.ch/feuilleton/psychisch-krank-wokeness-und-der-anstieg-an-diagnosen-wie-adhs-ld.1869384
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