Daniel Graf

← Alle Beiträge

«Ohne ADHS-Medis im Bundeshaus»

Bild zum Beitrag ««Ohne ADHS-Medis im Bundeshaus»»

🧠 «Ohne ADHS-Medis im Bundeshaus» – eine WhatsApp von Anna Rosenwasser, die mir gerade mega viel bedeutet. Sie steht dafür, dass sich gerade viel bewegt – auch im Bundeshaus.

Deine Offenheit, Anna, ist für neurodivergente Menschen so wichtig: Du zeigst, dass wir uns nicht mehr verstecken müssen. Das es Zeit ist, offen über uns und ADHS Autismus & Co zu reden.

Noch Dezember 2024 schrieb ich auf LinkedIn: «ADHS im Bundeshaus? Wenn es stimmt, dass ‘neurodivers’ zur Mode-Diagnose geworden ist, dann müssten doch längst mehr als 10 von 246 Parlamentarier:innen auf den Trend aufgesprungen sein? Und 5 Prozent wären im kreativ-chaotischen Berufsfeld Politik wohl noch vorsichtig geschätzt.»

Vor eineinhalb Jahren gab es, soweit mir bekannt war, in der Wandelhalle keine Mitglieder des National- oder Ständerats, die sich zu einem «Neurotribe» bekannten – also zu Autismus, ADHS, Dyskalkulie, Legasthenie, Dyspraxie oder Synästhesie.

Der Grund schien mir klar. Denn im Bundeshaus gilt, was im Job und an vielen anderen Orten die Regel ist: «Kaum jemand möchte als nicht ‘neurotypisch’ gelten – also unter einer ‘psychischen Störung’ leiden. Darum verstecken sich Betroffene lieber, um nicht diskriminiert zu werden. Also herabgesetzt, schlecht gemacht oder ausgegrenzt.»

Mit deinem WhatsApp hast du, Anna, dieses Versteckspiel auf den Misthaufen der Geschichte geworfen. Es ist eine Einladung an alle Mitglieder des Parlaments, in der Wandelhalle das Masking abzulegen, also das Unterdrücken oder Überspielen von Verhaltensweisen, um nicht aufzufallen.

Sichtbarkeit ist für eine inklusive Gesellschaft Match entscheidend: Je kleiner und unsichtbarer eine Gruppe ist, desto einfacher ist es, sie auszugrenzen.

Nur braucht es, gerade für die Ersten, viel Mut und vor allem noch mehr Energie, um solche Masken abzulegen. Und das nicht nur einmal, sondern jeden Tag und in jeder Situation. Darum: 💙 Anna!

Deine Offenheit hilft mir, wenn ich selbst als Demokratie-Lobbyist im Bundeshaus unterwegs bin. Ich möchte mich nicht mehr verstecken, sondern zeigen, wer ich bin und wie ich bin.

PS: Am 29. April 2026 findet im Bundeshaus die erste, nationale ADHS-Konferenz mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen statt – organisiert von ADHS-Organisation elpos Schweiz, SFG ADHS (Schweizerische Fachgesellschaft ADHS), Pro Juventute ADHS20+. Und ich freue mich sehr, dass mein Sohn dabei sein kann.

Auch interessant für dich

  • Mahnwache für Theo in BruggZum Prozessauftakt im Fall Theo fordern rund 50 Menschen verbindliche Reformen zum Schutz autistischer Menschen in der Psychiatrie.
  • Theo war einer von unsDer Tod eines 18-jährigen Autisten in der Psychiatrie wirft die Frage nach Schutz und Würde auf. Ein Aufruf zur Mahnwache in Brugg.
  • Wenn ein Ruhetag das Nervensystem überfordertEin geschlossenes Restaurant, ein Mikro-Überlastungs-Moment mit ADHS und warum Co-Regulation die Spirale stoppen kann.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf LinkedIn. Dort können Sie ihn kommentieren:

← Alle Beiträge