Daniel Graf

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Die ADHS-Debatte läuft komplett falsch

Zeitungsausschnitt «Ritalin-Boom in der Schweiz» mit Sprechblase: «Die ADHS-Debatte läuft falsch»

Die ADHS-Debatte läuft komplett falsch. Die Frage ist nicht: Bekommen zu viele Kinder und Jugendliche Ritalin? Die Frage ist: Haben endlich neurodivergente Kinder und Jugendliche genug Zugang zu wirksamer Hilfe? Die Antwort ist ernüchternd wie einfach: Nein!

Wir sind immer noch in einer Phase, in der wir eine jahrzehntelange Unterversorgung aufholen müssen.

Generationen von Kindern und Jugendlichen blieben unentdeckt und erhielten weder Diagnosen, Medikamente noch andere Formen von Unterstützung.

Sie galten als «Störenfriede», «Träumer:innen» oder «Versager:innen» – ohne dass jemand ihre neurologische Besonderheit erkannte. Diese Kinder sind heute Erwachsene und Eltern, die oft erst wegen der eigenen Kinder selbst eine Diagnose machen.

Warum dieses Misstrauen gegenüber Medikamenten? Einem Kind mit Diabetes geben wir selbstverständlich Insulin, einem kurzsichtigen eine Brille. Aber bei ADHS-Medikamenten wird plötzlich von «Fehlentwicklung» gesprochen.

Ritalin ist sicher kein Zaubermittel – aber für viele Betroffene ein Türöffner zu einem besseren Leben. Mehr Konzentration, weniger Impulsivität, eine gute Schulzeit, beruflicher Erfolg, stabilere Freundschaften und Liebesbeziehungen. Wer sind wir, Kindern und Jugendlichen diese Chance zu verwehren?

Zu reden geben sollte nicht der «Ritalin-Boom». Der Skandal ist, dass Kinder und Jugendliche leiden müssen und keinen Zugang zu allen Behandlungsoptionen erhalten, weil Erwachsene Vorurteile über Medikamente haben.

PS: @tagesanzeiger lasst jetzt endlich selbst betroffene Erwachsene, Eltern, Kinder und Jugendliche zu Wort kommen!

tagesanzeiger.ch/adhs-schweiz-ist-die-schule-schuld-am-ritalin-boom-699917556157

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Dieser Beitrag erschien zuerst am 30. Juni 2025 auf X.

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