Daniel Graf

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Einen Brief schreiben für Annie

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Ich habe gerade einen Brief für Annie abgeschickt. Sie ist 11 Jahre alt und will Krankenschwester werden, wenn sie gross ist.

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Annie wird in Malawi buchstäblich gejagt, um Teile ihres Körpers zu verkaufen. In einigen afrikanischen Ländern glauben Leute, dass der Körper von Albinos über magische Kräfte verfügt. Die Süddeutsche Zeitung hat über die Menschenjagd eine Reportage geschrieben.

Der Prozess ist einfach: Wer in einem Formular seine Adress-Daten eingibt, erhält ein PDF mit dem vorbereiteten Brief. Der Briefbogen muss nur noch zwei Mal gefaltet, mit Klebestreifen verschlossen und frankiert werden. Und ab die Post!

2015 war der jährlich stattfindende Briefmarathon ein Riesenerfolg. Weltweit kamen drei Millionen Briefe zusammen. In der Schweiz allein wurden 20’000 persönlich unterschriebene Briefe verfasst.

Die Briefaktionen sind eine effiziente Massnahme, um das Leben gefährdeter MenschenrechtsverteidigerInnen zu schützen. Der geballte Versand von Briefen, E-Mails, SMS- und Fax-Mitteilungen an die verantwortlichen Regierungen zeigt oft Wirkung: Gewissensgefangene werden freigelassen, Todesurteile in Haftstrafen umgewandelt oder die Haftbedingungen verbessern sich.

Hier einige Erfolgsbeispiele (Quelle: Amnesty.ch):

  • Ende Februar 2016 erklärte der Justizminister Burkina Fasos den Kampf gegen Zwangsheiraten zur nationalen Priorität und kündigte konkrete Massnahmen an. So soll das Heiratsmindestalter auf 18 Jahre festgeschrieben und der Tatbestand der Zwangsverheiratung in Strafgesetz verankert werden.
  • Am 23. Februar 2016 ist in den USA Alfred Woodfox nach 40 Jahren Isolationshaft endlich freigelassen worden. Auch für ihn hatte Amnesty sich im Rahmen des Briefmarathons eingesetzt.
  • In der Demokratischen Republik Kongo sind Ende August 2016 vier Aktivisten aus der Haft entlassen worden, darunter Fred Bauma und Yves Makwambala. Amnesty International hatte sich unter anderem im Rahmen des Briefmarathons 2015 für die Freilassung der beiden Männer eingesetzt und weltweit mehr als 170’000 Appelle gesammelt.

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