Ein Schreibroboter im Bundeshaus
«Das ist ja erschreckend!» So reagierte Ständerätin Binder-Keller, als ich ihr im Bundeshaus demonstrierte, wie einfach Unterschriften gefälscht werden können. Vor Ort war auch ein SRF-Reporter, der alles filmte.
Im Bundeshaus hatte ich einen günstigen Schreibroboter für 300 Franken dabei - bestellt im Internet. Dieser «druckt» Handschriften auf Unterschriftenbögen so täuschend echt, dass alle Parlamentarier:innen, denen ich das Gerät vorführte, sagten: “Das würde meine Gemeinde nie merken!
Fachleute befürchten, dass in der Schweiz Tausende von Unterschriften mit solchen Techniken manipuliert wurden. Marc Wilmes, der Initiativen und Referenden beglaubigt, berichtete dem SRF-Reporter von unterschriebenen Bögen, «die wirkten, als kämen sie direkt aus dem Drucker».
Die grösste Betrugs- und Manipulationsgefahr geht vom florierenden Geschäft mit «gekauften» Unterschriften aus. Pro Unterschrift verdienen Firmen heute 7.50 Franken und mehr. Schon heute ist die Hemmschwelle, Unterschriften zu fälschen – mit Kugelschreiber und Papier – offenbar tief. Über 25’000 Fälle sind bekannt, die Dunkelziffer liegt höher.
Der Schreibroboter ist ein Weckruf an die Bundeskanzlei, die kantonalen Behörden und die Gemeinden, umgehend wirksame Massnahmen gegen Fälschungen zu ergreifen. Ob der technologische Wettlauf, etwa mit KI-Schriften, gewonnen werden kann, steht auf einem anderen Blatt.
Deshalb brauchen wir einen Plan B für die Unterschriftensammlung auf Papier: eCollecting! Mit der eID steht dafür ab 2026 eine sichere und datensparsame Infrastruktur zur Verfügung.
Das Parlament wird in den nächsten Monaten einen Gesetzesentwurf beraten, der einen nationalen Testbetrieb für E-Collecting ermöglicht. Mit eurer Unterstützung können wir den nötigen politischen Druck aufbauen, um Bundesrat und Parlament endlich zum Handeln zu bewegen. Herzlichen Dank!
🙋♀️🙋♂️🙋Mit einer Spende ermöglichst du z.B. ein ausführliches Briefing für eine Parlamentarierin oder du finanzierst weitere Tests mit Schreibrobotern.
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Dieser Beitrag erschien zuerst am 8. April 2025 auf X.


