Daniel Graf

← Alle Beiträge

Economiesuisse baut eine WeCollect-Kopie

Bild zum Beitrag «Economiesuisse baut eine WeCollect-Kopie»

Economiesuisse baut eine WeCollect-Kopie – wie der Tages-Anzeiger enthüllt hat (Artikel im Anhang).

Der mächtigste Wirtschaftsverband der Schweiz nennt seine Plattform «Civic». Das klingt nach Zivilgesellschaft und Beteiligung – ist aber in Wahrheit eine digitale Kampagnen-Maschine für die Wirtschaftslobby.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall: «Digitales Unterschriftensammeln kommt – wer nicht online ist, wird verlieren», schreibt Economiesuisse in einer internen Projektpräsentation und meint damit E-Collecting. Der Nationalrat entscheidet am kommenden Montag darüber – als direkte Folge des Unterschriften-Skandals.

Folie «Weil es höchste Zeit ist» aus der Civic-Präsentation von Economiesuisse mit fünf Gründen, darunter Rückstand liberaler Kräfte und digitales Sammeln im Trend
Screenshot aus der internen «Civic»-Präsentation.

Im revidierten Bundesgesetz über die politischen Rechte (BPR) wird eine gesetzliche Grundlage geschaffen – für kantonale und nationale Versuche mit E-Collecting. Jetzt geht’s also auf der Überholspur!

Die Pointe: Die Wirtschaftsverbände haben sich nie um E-Collecting gekümmert. Im Gegenteil: Wirtschaftsfinanzierte Denkfabriken wie Avenir Suisse predigen seit Jahren, die Hürden für die direkte Demokratie zu erhöhen. Sie forderten, die Unterschriftenzahl für Initiativen von 100’000 auf 200’000 zu verdoppeln.

Gemäss Tages-Anzeiger will Economiesuisse zwei Dinge erreichen: Unterschriften sammeln – und ein «Investment in die Kampagnenfähigkeit». Um Projekte auf ihre Plattform zu locken, verteilt Economiesuisse sogar Geld.

Neue Kampagnen erhalten ein Startbudget – bezahlt von der Wirtschaft. Dahinter steckt eine klare Absicht: Adressen sammeln – möglichst viele, möglichst schnell.

Diese können auch bei umstrittenen Abstimmungen über AHV, Klimaschutz oder Konzernverantwortung mobilisiert werden. Je knapper ein Urnengang, desto entscheidender wird die Mobilisierung über Datenbanken.

Die «Civic»-Plattform richtet sich nicht an die Bevölkerung, sondern gegen gesellschaftliche Gruppen, deren Interessen im Parlament kaum vertreten sind.

Unser Plattform, WeCollect, gibt diesen Menschen eine stärkere Stimme – mit Initiativen und Referenden. Das schafft politischen Druck. Das bringt Veränderung.

Dank eurer Unterstützung haben wir bis heute:

  • 110 Initiativen, Referenden und Petitionen begleitet

  • 858’192 Unterschriften online gesammelt

Alles finanziert durch Kleinspenden. Damit spielen wir in der ersten Liga der Schweizer Politik – finanziell völlig unabhängig von den Kriegskassen der NGOs, Parteien und Verbände.

Und noch ein letzter Hinweis an die Adresse von Economiesuisse: WeCollect lässt sich nicht so leicht kopieren, weil wir nicht stillstehen. Wir arbeiten am grössten Update unserer zehnjähringen Geschichte.

Mehr Infos folgen bald, versprochen!

Auch interessant für dich

Dieser Beitrag erschien zuerst auf LinkedIn. Dort können Sie ihn kommentieren:

← Alle Beiträge