Daniel Graf

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Der SRG-Deal, den wir nie unterzeichnet haben

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🔥 Instagram und TikTok sind die wichtigsten politischen Informationsquellen für junge Menschen in der Schweiz. Und genau dort soll die SRG ihre Aktivitäten reduzieren – aufgrund eines erpresserischen Deals mit Medienkonzernen von 2025, den nur wenige kennen.

Was läuft? Wer heute zwischen 15 und 25 Jahre alt ist, informiert sich politisch primär über Social Media. Instagram liegt bei rund 44 Prozent, TikTok bei 38 Prozent. TV, Radio und Online-Zeitungen kommen auf je rund 28 Prozent. Das zeigt der Demokratiemonitor des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente.

Politische Meinungsbildung verschiebt sich seit Jahren auf digitale Plattformen. Was dort sichtbar ist, findet statt. Was dort nicht stattfindet, verschwindet aus dem Wahrnehmungshorizont.

Genau deshalb folgt auf das Nein zur gefährlichen Halbierungs-Initiative die nächste demokratiepolitische Weichenstellung. Wenn wir unsere direkte Demokratie fit machen wollen für die Zukunft, führt kein Weg daran vorbei: Der mediale Service public muss auf Social Media präsent sein – stärker als je zuvor.

Was viel nicht wissen: Im Mai 2025 haben sich die SRG und der Verband Schweizer Medien auf eine engere Kooperation geeinigt – offiziell, um «den Medienplatz Schweiz zu stärken». Konkret reduziert die SRG «freiwillig» ihre Online-Textbeiträge und Social-Media-Aktivitäten. Im Gegenzug unterstützen die Verleger die SRG im Abstimmungskampf gegen die Halbierungs-Initiative.

Das ist kein Kompromiss, sondern ein politischer Deal über Reichweite, Einfluss und Werbegelder im digitalen Raum.

Diesen Deal haben wir Bürger:innen nie unterzeichnet. Dies, obwohl wir die Serafe-Gebühren bezahlen und unsere politischen Rechte auf dem Spiel stehen. Trotzdem haben weder Bundesrat noch Parlament in einer öffentlichen Debatte über den digitalen Service public der Zukunft verhandelt.

Die Absprache wurde im Mai 2025 am Swiss Media Forum in Luzern präsentiert – einem privaten Branchenevent, der massgeblich von CH Media, NZZ, Ringier, TX Group und privaten Sponsoren mitgetragen wird.

Der öffentliche Aufschrei blieb aus. Dabei ist dieser Deal eine Weichenstellung für die Zukunft der direkten Demokratie. Unser politisches System funktioniert nur, wenn Informationen breit zugänglich, unabhängig und professionell aufbereitet sind – nicht wenn Marktlogiken, Klickzahlen und Werbeinteressen unseren News-Feed dominieren.

Der Showdown beginnt 2027. Dann wird die neue SRG-Konzession im Parlament verhandelt. Dort entscheidet sich, ob der mediale Service public im digitalen Raum gestärkt oder aus wirtschaftlichen Interessen zurückgedrängt wird.

Wenn es nicht gelingt, eine zivilgesellschaftliche Allianz aufzubauen und Druck auf das Parlament zu machen, wird es eng.

Die direkte Demokratie ist ein System kollektiver Selbststeuerung. Dafür brauchen wir funktionierende Informationskanäle, glaubwürdige Inhalte und eine griffige Plattformregulierung.

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